Fach einräumen und sightseen





Das Fachl in Karlsruhe hat einen neuen Mieter: AuFs WoRt – Text & WortArt aus Freiburg ist ab heute zu Gast
… und bringt folgende Waren und Produkte mit:
- 10x Buch TAKTGEFÜHL: NICHT WOLLEN WOLLEN
- 10x Lyrik POETISCHER PROVIANT
- 49x Fotokarten WUNDERLUST
- 6x Fotoblöcke M / AGISCH
- 3x Fotoblöcke L / ÄSSIG
- 18x Stickers DIE NATUR GRÜSST – 3er
- 15x Sticker DIE NATUR GRÜSST – einzeln
- 3x Portemonnaie VERSTRICKT UND ZUGENÄHT / M
- 60x Textkarten POEMPÖS
- 16x Portemonnaie VERSTRICKT UND ZUGENÄHT / S
- 6x Textblöcke POEMPÖS
Denn Worte sollten geteilt werden… Zum Leben erweckt. Auf offene Augen und Ohren treffen. Aus diesem Grund machte ich mich nur zu gern auf den Weg nach Karlsruhe, die Franchise-Filiale von S’Fachl als Ziel. In Weinkisten wird die eigene Produktion ausgestellt und präsentiert, und zum Verkauf angeboten. Ein Probeabo von 5 Wochen ist möglich – AuFs WoRt zögerte nicht lange und nutzt die Chance auf Sichtbarkeit.
Wie klappt das mit der Fachl-Miete?
Nach der Sichtung aller verfügbaren Fächer und dem Auswählen des Wunschfaches ging es auch schon an das Einräumen. Bereits zuhause hatte ich mir eine Weinkiste vorgenommen und versucht, sie möglichst übersichtlich und ansprechend zu bestücken. Daher ging das offizielle Verräumen nun recht zügig und leicht von der Hand. Spontan ergab sich noch ein etwas anderer Aufbau, aber die wichtigen Utensilien (Kistchen, Preisliste, Klammern) waren allesamt mit dabei – gut. Die begnadete Innendesignerin bin ich ja nicht, aber als alles hineinpasste, und nicht zu gequetscht aussah, war ich zufrieden. Die Bücher, die Karten, die Stickers, die Kartenblöcke und Portemonnaies – nicht alles guckt hervor, aber so gibt es etwas zum Stöbern.








Nach getaner „Arbeit“ hatte ich ein bisschen Zeit, mit Sebastian, dem netten Ladeninhaber des Fachl Karlsruhe, zu plaudern und einen feinen Latte Macchiato an seiner Coffee Bar zu bestellen – und genüsslich auf dem fancy Sofa zu trinken.
Noch ein Rundgang, den Blick über das gesamte Angebot wandern lassen – favourites ausmachen: ein gehäkelter Burger (!) und ein herzallerliebster Avocado-Stoff-Schlüsselanhänger mit fröhlicher Miene sowie wunderschöne Holz-Untersetzer – und das eigene Fach ein letztes Mal kontrollieren und fotografieren. Dann verabschiedete ich mich und es ging auf Sightseeing Tour durch Karlsruhe. Ein wenig Zeit hatte ich noch, bevor der Zug zurück nach Freiburg mich rief.
Ich hatte Karlsruhe schon letzten Sommer etwas besser kennenlernen dürfen, kannte jedoch noch nicht die Ritterstraße, in der sich das S’Fachl befindet, und nicht die Haupt-Einkaufsstraße von Karlsruhe. So schlenderte ich diese ein Stück entlang, wurde aber sogleich magisch vom Anblick des Schlosses angezogen. Die Sonne kam zum ersten Mal an diesem Tag durch, und das hübsche Gelb sah damit noch freudestrahlender aus.
Das Karlsruher Schloss






Das Schloss wurde im Krieg stark zerstört und wiederaufgebaut. Das Thema Zerstörung gibt einem beim Spazieren durch die Stadt zu denken. Denn irgendwie mutet gerade die Innenstadt etwas zerstückelt an, in ihrem Gesamtbild aus alt und modern. Wie schön muss es früher gewesen sein, als sich alles nahtlos aneinander reihte, noch nicht breite Straßen und Autos den Fußgänger beim Flanieren begleiteten?
Karl, der Stadtgründer







Beeindruckend ist – neben den hohen, stattlichen Säulen – die Pyramide zu Ehren Karl des Stadtgründers. Karlsruhe wurde von ihm, dem Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach, am 17. Juni 1715 gegründet. Im Hardtwald ließ er ein Barockschloss errichten, fächerförmig entstand die Stadt Karlsruhe. Unter der roten Pyramide auf dem Marktplatz – da wo einst der Grundstein gelegt wurde – liegen die Gebeine des Gründervaters.
Ich schlendere ein Stück weiter zur Stadtkirche und will mir gerade das gegenüberliegende rosafarbige Rathaus von Nahem ansehen, als eine lautstarke Melodie erklingt. Es ist exakt 17 Uhr, die Glocken über mir setzen sich in Bewegung und spielen ihr Lied.
Die Zeit, die Zeit
Ich werde an die Uhrzeit erinnert. Um 18 Uhr geht mein Zug und der Bahnhof ist noch ein gutes Stück entfernt. Durch den Zoo getrennt, braucht man in Karlsruhe eine Weile zwischen dem Ort der Bahnreise und der Stadtmitte. Das war mir letztes Mal schon aufgefallen: ungewöhnlich für eine Stadt, dass einen am Bahnhof nicht gleich Läden anspringen, sondern eher Tiere.
Einen letzten Stopp muss ich aber noch einlegen. Mein Augenmerk wird angezogen; erst von Fischen an der Wand, ein Stück weiter von einem Brunnen – vom Thema Wasser, einem alten Bad. Welche Pracht, die hier so in den Hintergrund gerückt ist… Naja, vielleicht sind die Figuren und ihre Posen heutzutage auch etwas gewagt. Dazu noch der Spruch auf der Rückseite:
Gib
den Starken Mut
Kranken frisches
Blut





Da gefällt mir die Vorderseite besser, mit dem Spruch:
Fliesse
rein und hell
der Gesundheit
Quell
Wasser als Gesundheits-Quell. So ist es, so war es schon immer – so bleibt es wohl. Mit diesem Gedanken beende ich die letzte Wegstrecke bis zum Bahnhof, hole mir noch eine Avocado Tomaten Stulle und warte auf den Zug nach Freiburg.
