EigenArt: Gedicht Supermarkt

Bild von MichaelGaida auf Pixabay

Wiederkommend von einem Großeinkauf im Supermarkt, musste ich – direkt nach dem Auspacken und Verstauen der Einkäufe im Kühlschrank und in den Regalen – meine Eindrücke und Gedanken zu dem Einkaufserlebnis festhalten. Nur selten verirre ich mich in große Supermärkte, um so herber der Schock: die Wahrnehmung des Wahnsinns, der Eile, der Hektik, der Überfüllung. Hier also ein spontanes Gedicht zum Thema Supermarkt.

Super mal in Frage

Bis zum Anschlag bestückt, vollbeladen
mit Artikeln, vor mir der Einkaufswagen.
Die Augen wandernd, nervös der Blick,
das eben Erlebte hält wohl ein Stück.

Noch völlig verblüfft, sortierend Gedanken,
sehe ich mich um – ich allein nur am Wanken (?)
mit Fragen wie Wo steht nochmal das Auto geparkt
und Warum nennt sich das eigentlich SUPERmarkt?

Während ich die Einkäufe im Auto verstaue
hilft alles nichts, ich guck herum, ich schaue:
Wie ist es meinen Mitmenschen ergangen,  
Sehen sie blass aus, weiß, hohl die Wangen?

Tatsächlich, fröhlich ist hier kein Gesicht
wie auch, war eben nicht lustig, war’s einfach nicht.
Die Jagd nach den Schnäppchen stresst enorm,
da kommt man als Mensch klar aus der Form.

Ging alles so schnell, fühlte sich an wie im Tunnel
man blickte nach rechts, nach links auf den Fummel.
Schob sich durch Gänge, kein Angebot verpassen!
In Mengen kaufen, kaum Geld dabei lassen.

Der Preis scheint gering, doch ist er enorm – dumm,
sieht man das Ausmaß des Schadens drumherum
Wen macht denn dies fröhlich, wer profitiert?
und wer fühlt sich eigentlich nicht schikaniert?

Kassierer und Kunden, Fahrer, Transporteure,
Umwelt und Tiere: sicher nicht die Profiteure.
Ganz oben, hierarchisch, da muss jemand sitzen
dem sich das Portemonnaie füllt, in allen Ritzen.

Hier unten fällt mein Blick auf Plastik, Kartonage,
muss sagen, all dies bringt mich erstmal in Rage.
Doch nach dem Bezahlen bin ich nicht mehr sauer,
nein, mich überkommt ein Gefühl echter Trauer.

Ein solcher Markt allein wäre noch zu verkraften,
doch bedenkt man, dass wir dies weltweit schafften,
mit uns eigener Effizienz die Ladenkette verteilten
die Menschheit mit dieser Einkaufsnormalität ereilten.

Mit Hitze an der Kasse und Kühle auf den Gängen,
lieblos, so wie die Sachen hier stehen und hängen.
Die Lebensmittel, teils früh ihres Lebens beraubt,
dazu Ladenhüter, mach einer ein wenig verstaubt.

Ich für meinen Teil kehre zum Märktchen zurück
überdacht oder offen, supergroß dort das Glück
der Frischheit und Farben, der Düfte – der Stolz,
zu schmecken, zu riechen, zu kosten, was soll’s…

… dafür den einen Euro mehr zu zahlen.
Weniger ist mehr: man kann sich’s ausmalen

AuFs WoRt | Dezember 2020

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Veröffentlicht von AuFs WoRt

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